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Migration menschenwürdig gestalten

Kirchen veröffentlichen gemeinsames Migrationswort

Die Kirchen in Deutschland fordern einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen und Migranten. Es brauche einen "migrationsethischen Kompass", heißt es in einem Gemeinsamen Wort, das die Deutsche Bischofskonferenz und die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) am Donnerstag vorstellten. Dauerhafte, einfache Lösungen könne es in diesem Bereich nicht geben.

Der stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz, Franz-Josef Bode, erinnerte an die "Willkommenskultur", die zwischen 2014 und 2016 "maßgeblich durch Beiträge aus Raum der Kirchen" ermöglicht worden sei. Die Kirchen wüssten um ihre bleibende Verantwortung, auch die langfristige Herausforderung der Integration betreffend, so der Osnabrücker Bischof. Derzeit sei es angesichts hochkochender Emotionen etwa im Blick auf die belarus-polnische Grenze besonders wichtig, dass die Kirchen sich gemeinsam positionierten.

Während man über politische Versäumnisse offen debattieren müsse, sei jeder Form von Rassismus entgegenzutreten, betonen die Kirchen. "Der Anstieg rechtsextremer Gewalttaten stellt eine Bedrohung für die offene Gesellschaft dar." Bode erklärte, die Kirchen stünden an der Seite aller, die wegen ihrer Hautfarbe oder ihrer Weltanschauung bedrängt oder verletzt würden.

Durch die Corona-Pandemie hätten sich Herausforderungen im Migrationsbereich verschärft. Auch "ungelöste Probleme innerhalb und zwischen den Mitgliedstaaten" der EU hätten sich weiter zugespitzt, heißt es in dem ökumenischen Papier. "Das selbstgesteckte Ziel der EU, ein gemeinsamer Raum des Schutzes und der Solidarität zu werden", sei "weitgehend verfehlt" worden: Dies zeige sich am Umgang mit Flucht über die Seewege oder an der "menschenrechtlich unerträglichen Situation" auf den griechischen Inseln. "Eine gemeinsame Flüchtlingspolitik, die den Geist der Humanität und Solidarität atmet, ist in Europa derzeit nicht in Sicht", kritisieren die Kirchen. Eine Reform bleibe "eine Aufgabe für die Zukunft".
Im Bezug auf Deutschland werben die Kirchen für eine "aktivere Einbürgerungspolitik". Wenn Zugewanderte und ihre Nachfahren über viele Jahre von politischer Mitwirkung ausgeschlossen blieben, lasse sich dies "in einer Einwanderungsgesellschaft mit dem demokratischen Prinzip nicht vereinbaren", betonte Bode.

1997 hatten die Kirchen erstmals ein Gemeinsames Wort zu den Herausforderungen durch Migration und Flucht veröffentlicht.

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